Eva-Maria
Ein wunderschönes Alpenpanorama – Innsbruck liegt zu unseren Füßen. Eine Frau im Rollstuhl lässt sich von einem jungen Mann ihre vielen Zöpfe entflechten. Sie albern herum und diskutieren seinen Job als ihr persönlicher Assistent: Er ist Stadtnavigator, Bademeister, Eventgestalter, Entertainer ... und Filmemacher. Aber das macht er ja nicht für sie, sondern für sich, räumt er schnell ein. So beginnt der Film EVA-MARIA, in dem Lukas Ladner eine Doppelrolle einnimmt, die sich als ein großes Geschenk für die Zuschauer*innen erweist. In seinem Langfilmdebüt begleitet er sehr persönlich, aber nie zudringlich Eva-Maria, die aufgrund einer spastischen Zerebralparese seit ihrer Kindheit auf den Rollstuhl angewiesen ist. Trotz eines liebevollen familiären Umfelds fühlt sich die Anfang Dreißigjährige erst richtig frei, seit sie von Zuhause ausgezogen ist und an der Pädagogischen Hochschule Tirol arbeitet. Aber für ihren größten Wunsch ist sie bereit, diese gewonnene Selbstständigkeit wieder aufzugeben: Sie möchte Mutter werden. Weil sie keinen Partner hat, besteht nur der Weg der künstlichen Befruchtung. Auf ihrer Odyssee zwischen Kinderwunschklinik und Schwangerschaftstests, beeindrucken ihr Optimismus und Humor, ihre Ausdauer und Willensstärke. Und so wundert es nicht, als Eva- Maria schließlich Ben in ihren Armen hält. Wie alle Mütter wird sie vor Herausforderungen gestellt und auch ihr persönlicher Assistent hat auf einmal ganz neue Aufgabengebiete. Lukas Ladner lädt mit seinem Film dazu ein „die oftmals als fremd und exotisch dargestellte und konzeptualisierte Welt von Menschen mit Behinderung als so vertraut wie die eigene wahrzunehmen“. In EVA-MARIA gelingt es ihm auf eine zutiefst berührende Weise. (Cosima Lange)… >>>
- Dauer: 99 Min.
- Regie: Lukas Ladner